Conscious Collection in der Kritik
Wer kennt sie nicht? Die Conscious Collection von H&M. Die „bewusste Kollektion“ des schwedischen Textilhändlers steht mal wieder in der Kritik konsumkritischer Organisationen. Diesmal hat sich die Clean Clothes Campaign (CCC) zu deutsch: Kampagne für saubere Kleidung, den Textilhersteller unter die Fittiche genommen.
H&M wirbt mit der Conscious Collection für nachhaltige Arbeitsbedingungen und der Verarbeitung ökologischer Rohstoffe für Textilien. Wie nachhaltig H&M wirklich produziert bzw. produzieren lässt, liegt fernab von Nachhaltigkeit und Fairness. In asiatischen Ländern wie Kambodscha befinden sich die riesigen Textilfabriken, in denen im Akkord Kleidung für H&M und andere große Hersteller produziert wird.
Die Beschäftigten in jenen Fabriken bekommen oft nur einen Hungerlohn, mit dem sie nicht mal sich selbst, geschweige denn eine ganze Familie ernähren können. Demzufolge sind die Näherinnen und Näher nicht selten mangelernährt und krank. Unrealistische Arbeitszeiten und -bedingungen kommen hinzu.
Bekleidungshersteller wie H&M machen Jahresumsätze in Milliardenhöhe. Allein im Jahr 2012 konnte H&M einen Reingewinn von 2 Milliarden Euro verbuchen. Die CCC fordert deshalb die Zahlung von Existenzlöhnen an asiatische Arbeiter und Arbeiterinnen. Derzeit verdient eine Näherin in Kambodscha 75 Dollar (staatlicher Mindestlohn). Laut Schätzung der Asia Floor Wage Alliance bräuchte eine kambodschanische Näherin und ihre Familie zur Existenzsicherung jedoch 274 Dollar – fast das Vierfache des neuen Mindestlohns.
Nicht nur H&M, sondern auch namhafte Textilhersteller wie Gap, Levis und Zara lassen Kleidung in Kambodscha produzieren. Diese Firmen stehen in der Verantwortung, die Löhne ihrer Arbeiter anzuheben und ihnen somit ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen. Auch ihr könnt euren Teil dazu beitragen; die genannten Hersteller schlichtweg boykottieren oder einfach hier klicken und die Online-Petition unterschreiben!